Netz-Kinder, Nerds und die “Jugendbewegung”

Posted by: on Feb 24, 2012 | 3 Comments

“Wir die Netz-Kinder” heisst ein wunderbarer Artikel in der “Zeit” des polnischen Dichters Piotr Czerski, der unter der CC-BY-SA-Lizenz steht. (Hier auch bei Netzpolitik).

Er beschreibt hier wie “wir” uns im Netz – unserem Lebensraum –  zu Hause fühlen. Es geht los mit einer Kritik am Begriff “Generation XYZ” und erklärt erst einmal genau was er unter “wir” versteht:

“…..Indem ich das so schreibe, ist mir bewusst, dass ich das Wort “wir” missbrauche. Denn unser “wir” ist veränderlich, unscharf – früher hätte man gesagt: vorläufig. Wenn ich “wir” sage, meine ich “viele von uns” oder “einige von uns”. Wenn ich sage “wir sind”, meine ich “es kommt vor, dass wir sind”. Ich sage nur deshalb “wir”, damit ich überhaupt über uns schreiben kann…”

Mein einziger Mini-Kritikpunkt an diesem Artikel betrifft diesen Absatz:

“….. Das Internet ist für uns keine Technologie, deren Beherrschung wir erlernen mussten und die wir irgendwie verinnerlicht haben. Das Netz ist ein fortlaufender Prozess, der sich vor unseren Augen beständig verändert, mit uns und durch uns. Technologien entstehen und verschwinden in unserem Umfeld, Websites werden gebaut, sie erblühen und vergehen, aber das Netz bleibt bestehen, denn wir sind das Netz – wir, die wir darüber in einer Art kommunizieren, die uns ganz natürlich erscheint, intensiver und effizienter als je zuvor in der Geschichte der Menschheit……”

Ich bin nämlich noch ohne Internet aufgewachsen, ich habe quasi miterlebt, wie es entstanden ist und im Laufe der Zeit zu meinem Lebensraum geworden ist. Auf Facebook kam gerade dieser wunderbare Kommentar dazu:

Wir_die_Netzkinder _ FB Kommentar

Es gibt diesen wunderbaren Titel von Tocotronic: “Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein” erschienen 1995 auf dem Album: “Digital ist Besser”. Ich bin jetzt auch noch Teil der digitalen Bewegung und das ist großartig!

Passend dazu hat Michael Seemann heute noch einen schönen Artikel über die 23 und 42-er Nerds geschrieben:

“…..Ich glaube übrigens, obwohl ich selber so viel eher 42 bin, dass 23 wichtig ist und gut. Irgendwer sagte mal: Das Flugzeug wurde von Optimisten erfunden, der Fallschirm von Pessimisten. Die 23-Nerds ziehen alles immer wieder ein Stück zurück, insistieren auf Sicherheit, kühlen die Euphorie der 42er. Und das ist wahrscheinlich auch gut so. (Obwohl ich mir hierzulande dann doch deutlich mehr 42 wünsche!)….”

Also ich zähle mich zu den 42ern, möchte aber die 23er Nerds auf keinen Fall missen, denn ohne sie würden wir ein bisschen zu Blauäugig durch das Netz rasen.

 

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3 Comments

  1. Dagger
    February 24, 2012

    Nichts ist ja nur Schwarz und Weiß. Die Tendenz bleibt aber immer noch so.

    Sitze mal wieder zwischen allen Stühlen und bin 23, 42 und alles andere was ich bin.

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  2. Mona
    February 26, 2012

    Über 23 und 42 nachgedacht. – Und mich gefragt, warum ich eigentlich darüber nachdenke. Ist es vielleicht das, was uns von den Natives unterscheidet: dass wir digitalen Immigranten (als analog möchte ich mich nun wirklich nicht bezeichnen) das Bedürfnis haben, uns in unserem Verhältnis zum Internet zu definieren?

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    • barbnerdy
      March 1, 2012

      Liegt wohl daran, dass wir den direkten Vergleich haben und die Veränderungen richtig mitbekommen. Den Kids fehlt diese Erfahrung, für sie ist das alles selbstverständlich, klar sie kennen es ja nicht anders.

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