Eine Rechenaufgabe – Abmahnung

Posted by: on Feb 17, 2017 | One Comment

Heute bekam ich meine erste Abmahnung wegen angeblichem illegalen Filesharings. Sie kam per Schneckenpost von einer Kanzlei in München in meinen Briefkasten geflattert. Angeblich habe ich  einen Film (Girl on the Train) für 11! Sekunden über eine Filesharing Plattform weltweit angeboten. Für diese 11 Sekunden werden mir nun 700,- Euro Schadensersatz und 215,- Euro Aufwendungsersatz in Rechnung gestellt. Die Frist endet bereits am 24.02.2017. Ich habe natürlich nichts illegal irgendwo angeboten. Trotzdem muß ich jetzt meine Unschuld beweisen, da auf Nachfrage mein Provider wohl bestätigt hat, dass über meinen Anschluß dieser Film für 11 Sekunden auf einer Bittorrent Plattform zu finden war. Ich lebe in einer Großstadt, wenn ich mich hier umschaue gibt es in meinem Radius alleine schon über 23 Netzwerke in unmittelbarer Umgebung. Mein Netzwerk ist mit einem persönlichen WPA/WPA2 gesichert. Das PW habe ich nun schon seit einiger Zeit nicht mehr geändert. Steht jetzt natürlich an.

Warum Filme über Torrents ziehen für mich gar keine Option ist:

Ich bezahle für jeweils ein monatliches Abo bei Amazon Prime, Netflix und Spotify jeweils 9,99.  Seit kurzem bieten beide Filmanbieter an, Filme auch “offline” anzusehen. Was es dort nicht gibt, finde ich bei Apple, meistens als Video zum “Ausleihen”. Zusätzlich habe ich hier auch noch via AppleTV unbegrenzte Möglichkeiten Videos komfortabel über meinen externen Bildschirm zu konsumieren, ohne mich in die Illegalität zu bringen.

Rechenaufgabe:

Was mich nun wiederum interessiert: Wieviel Schaden kann eigentlich in 11 Sekunden angerichtet werden? Mein Internetspeed ist jetzt auch nicht so die Hyperloop-Geschwindigkeit, max. 51,4 Mbit/s Download und max. 10,0 Mbit/s Upload. Speedof.me sagt sogar noch viel weniger: DL 18.61 Mbps UP 7.33
Wieviel kann denn in 11 Sekunden passieren?

Ich muss auf dieses Schreiben reagieren, auch wenn ich nichts gemacht habe. (Ja..das sagen wohl alle, meine Gründe, s.o.)

Als Erstes werde ich mir mit dem Abmahnbeantworter, der vom CCC entwickelt wurde, ein Schreiben zusammenstellen lassen und Widerspruch einlegen. Falls das nichts bringt muss ich wohl oder übel einen Anwalt bezahlen, der mich da rausboxt. Kostenpunkt, mindestens 600,- Euro, das deckt auch keine Rechtsschutzversicherung ab. Dass mich der Film nicht die Bohne interessiert ist ja auch eher Nebensache.

1 Comment

  1. sharing means caring » Abmahnung *Update*
    March 17, 2017

    […] ein kurzes Update zu meinem allerersten Vorwurf des illegalen Filesharings: Die Kanzlei hat mir vorgeworfen, den Abmahnbeantworter benutzt zu […]

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